Ich habe mich entschieden, eine Geschichte zu schreiben. Leider bis jetzt ohne Titel. Vorschläge könnt ihr dann in den Kommentaren machen. Das 2. Kapitel kommt auch bald. Ich werde wahrscheinlich jeden Abend schreiben.

1.Kapitel: Die Engel
Das Wasser lief mir heiß über meinen kalten, versteiften Rücken. Fast eine Stunde stand ich da draussen, bei Schnee und Regen, und habe auf ihn gewartet. Aber ist er gekommen? Natürlich nicht. Wie bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, dass er einmal sein Versprechen hält? Mal wieder hat er mich vergessen, liegen gelassen, einfach so, mitten im Schnee auf glatter Straße. Langsam drehte ich mit meiner steifen Hand den Regler aus. Das Wasser tröpfelte immer noch auf meine dunkelblonden Haare. Einige Zeit verging, das Wasser war schon lange versiegt, aber immer noch tröpfelte es. Erst nach ein paar Augenblicken erkannte ich, dass es meine salzigen Tränen waren, die auf den glatten, schwarzen Stein , der den Boden unserer Dusche bildete, tropften. Müde wischte ich sie mir aus dem Gesicht – diese Person hatte keine meiner kostbaren Tränen verdient. Mit langsamen Bewegungen trat ich aus der Dusche heraus und ein Schauder überflog mich. Verdammt – ich hatte das Fenster aufgelassen. Ich trocknete mich ab, zog mich an , jetzt mit schnelleren Bewegungen, und ging dann aus unserem Badezimmer heraus. Ich blickte direkt auf die Tür. So war unser Haus leider gebaut – die Badezimmertür war parallel und zwei Meter von der Haustür entfernt. Ich drehte meinen Kopf nach rechts und guckte durch unsere Küche in das Wohn- und Esszimmer mit dem Ofen. Noch einmal die Augen reibend, ging ich ein paar Schritte und betrat die Küche. Unsere ganze untere Etage, oder zumindest Eingangshalle, wobei man bei einem vier Quadratmeter großen Zimmer nicht von einer Halle sprechen kann, das Esszimer. mit dem großen Steinbogen, der in unser Wohnzimmer führte, war ohne Türen. Ich ging kurz zu einer Schublade und nahm mir ein Gummiband für meine Haare mit, da ich zu faul war, um dafür in mein Zimmer zu gehen. Dann tappste ich durch den Steinbogen in das Wohnzimmer und setzte mich auf das rote Ecksofa. Müde blickte mich ein Engel an. Ja, ein Engel! Meine Mutter sammelte Engel. Wenn man durchzählte, kam man allein im Wohn- und Esszimmer auf 16 Engel und einem Buddha. Der größte Engel saß auf einem hohen Schrank; auf einer Kugel und schlief. 50 Zentimeter war er bestimmt groß,,wenn nicht sogar größer. Ich machte den Fernseher an und legte meine Füße auf den Tisch, wobei eine der blauen Schutzecken abfiel. Seufzend hob ich sie auf und machte das kleine, blaue Teil dran. Spätestens in ein paar Minuten würde es wieder abfallen. Aber versucht das mal, meiner Mutter zu erklären! Sie waren dran, damit das Nachbarskind nicht mit dem Kopf gegen die Ecke rannte.
>>Füße vom Tisch!<<, rief mein Vater und holte mich aus meiner Träumerei. Widerspenstig nahm ich sie runter, nachdem er sich dazugesetzt und BBC angeschaltet hatte. Eine Doku mit dem Titel “Streit – Was passiert wirklich im Körper?”. Super. Genau das war ich brauchte. Tief einatmend stand ich auf und ging durch eine Tür, die in den Flur leitete, wo die Treppe in mein Zimmer ging. Dort waren auf noch die Tür zu dem Schlafzimmer meiner Eltern, die eigentliche Haustür (das andere ist die Hintertür) und die Tür in den Keller. Dort ging aber eigentlich nie jemand hin, weil es staubig war und die Stufen morsch waren. Ich blickte einmal zu Tür – und erschrak. Dort hing ein Zettel. Mit seiner Schrift. Ich machte die Tür auf und las:

“Es tut mir Leid, aber ich denke das ist aussichtslos. Ich habe dir gesagt, dass es besser ist, wenn wir nichts mehr miteinander zu tun haben, besonders nach gestern. Bitte frag nicht mehr, ob wir uns treffen können.”

Danke an MCank und Patrick fürs bisherige und hoffentlich auch zukünftige Betalesen und korrigieren!